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Einleitung

Hühnersuppe ist das Rezept, das an kühlen Tagen zuverlässig wärmt und in stressigen Zeiten angenehm geerdet. Der Kern ist immer gleich: eine klare, aromatische Brühe, zart gegartes Hühnerfleisch und Gemüse, das Biss und Süße mitbringt. Die drei Variationen hier zeigen die Bandbreite – von der klassischen Nudelsuppe mit goldener Brühe über eine Ingwer-Kurkuma-Variante mit Reisnudeln bis zur cremig-zitronigen Avgolemono nach griechischer Art. Jede Suppe setzt auf präzise Garzeiten, sauberes Abschmecken und ein paar kleine Kniffe für Glanz, Tiefe und Textur. Die Nährwerte sind grobe Richtwerte pro Portion; echte Werte hängen von Schnitt, Fettanteil und Einlagen ab. Wer Zeit hat, kocht das Huhn mit Knochen – Kollagen und Mark geben der Brühe Körper. Wer weniger Zeit hat, nutzt Hähnchenschenkel (saftig, gelingsicher) oder eine Mischung mit Brüsten (mager, mit kurzer Garzeit). Wichtig: Brühe stets nur leise simmern lassen, damit sie klar bleibt, und am Ende mit Salz, etwas Säure und frischen Kräutern balancieren.

Rezept 1: Klassische Hühnersuppe mit feinen Nudeln & Gemüse

Energie ≈ 380 kcal
Eiweiß ≈ 33 g
Fett ≈ 10 g
Kohlenhydrate ≈ 36 g
Ballaststoffe ≈ 4 g

Zutaten (4 Portionen)

  • 2 Hähnchenschenkel (mit Knochen, ca. 600 g) oder 1 kleines Suppenhuhn-Teil
  • 1 Zwiebel (halbiert, mit Schale), 1 Stange Lauch (gewaschen, in Ringen)
  • 2 Möhren (in kleinen Würfeln), 1 Stück Sellerie (80 g, fein gewürfelt)
  • 2 Lorbeerblätter, 5 Pfefferkörner, 2 Scheiben Ingwer (optional)
  • 1,5 L kaltes Wasser
  • 120 g feine Suppennudeln (z. B. Fadennudeln)
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • Frische Petersilie, Schnittlauch

Zubereitung

  1. Hähnchen mit Wasser, Zwiebel (mit Schale für goldene Farbe), Lauchgrün, Lorbeer und Pfefferkörnern in einen Topf geben. Langsam zum Simmern bringen und 35–45 Minuten leise ziehen lassen. Der sanfte Dampf löst Aromen, ohne die Brühe zu trüben.
  2. Schlieren regelmäßig mit einer Kelle abschöpfen. Abgeschöpfter Eiweißschaum hält die Brühe klar; nicht stark kochen, sonst wird sie trüb und wirkt später „staubig“ im Mundgefühl.
  3. Hähnchen entnehmen, Brühe durch ein feines Sieb abgießen. Zwiebel & Gewürze entsorgen. Brühe zurück in den Topf geben und erneut leise erhitzen – klar und duftend sollte sie jetzt sein.
  4. Möhren und Sellerie in die Brühe geben und 8–10 Minuten sanft garen, bis sie weich, aber nicht matschig sind. Das Gemüse gibt Süße und leichte Erdigkeit ab und rundet die Brühe.
  5. In einem separaten Topf die Suppennudeln in Salzwasser knapp al dente kochen, abgießen und kalt abschrecken. So behalten sie Biss und färben die Brühe nicht ein.
  6. Hähnchenfleisch von den Knochen lösen, Haut entfernen und das Fleisch in mundgerechte Stücke zupfen. In die Brühe geben und 2 Minuten erwärmen, bis es wieder saftig ist.
  7. Nudeln kurz vor dem Servieren in die Suppe geben, mit Salz und Pfeffer balancieren und mit fein geschnittener Petersilie sowie Schnittlauch bestreuen. Der erste Löffel soll klar, würzig und weich am Gaumen sein – dann stimmt die Balance.

Rezept 2: Ingwer-Kurkuma-Hühnersuppe (Asia-Style) mit Reisnudeln & Limette

Energie ≈ 410 kcal
Eiweiß ≈ 32 g
Fett ≈ 11 g
Kohlenhydrate ≈ 45 g
Ballaststoffe ≈ 3 g

Zutaten (4 Portionen)

  • 2 Hähnchenschenkel oder 2 Hähnchenbrüste (insg. ca. 500–600 g)
  • 1,2 L Hühnerfond (klar) oder Wasser + Suppengrün
  • 30 g Ingwer (in dünnen Scheiben), 2 Knoblauchzehen (angedrückt)
  • 1 kleine rote Chili (in Ringen, nach Schärfewunsch), 1 TL Kurkumapulver
  • 2 EL Sojasauce, 1 EL Fischsauce (optional), 1 TL Honig
  • 150 g Reisnudeln (z. B. Pad-Thai-Breite), separat gegart
  • Gemüse: 1 Möhre in Stiften, 1 rote Paprika in feinen Streifen, 2 Handvoll Babyspinat
  • 1 Limette (Saft + Abrieb), frischer Koriander & Frühlingszwiebeln
  • Geröstetes Sesamöl zum Finish, Salz

Zubereitung

  1. Fond mit Ingwer, Knoblauch, Chili und Kurkuma in einem Topf auf leises Simmern bringen. Hähnchen einlegen und 15–20 Minuten sanft garen, bis es gerade durch ist. Leises Köcheln hält die Brühe klar und das Fleisch saftig.
  2. Fleisch herausnehmen und kurz abkühlen lassen. Brühe durch ein feines Sieb gießen, Gewürze entfernen und die klare Basis wieder in den Topf zurückgeben – jetzt leuchtet sie warm gelb.
  3. Sojasauce, Fischsauce (falls verwendet) und Honig einrühren. Mit Salz vorsichtig balancieren; die Brühe soll herzhaft und rund schmecken, ohne zu salzig zu werden.
  4. Möhre und Paprika in die Brühe geben und 3–4 Minuten sanft garen. Babyspinat erst ganz am Ende zufügen, er fällt in Sekunden zusammen und bleibt leuchtend grün.
  5. Reisnudeln nach Packungsangabe separat garen, kalt abschrecken und abtropfen. Separates Garen verhindert, dass Stärke die Brühe trübt und die Nudeln zu weich werden.
  6. Hähnchenfleisch fasrig zupfen oder in dünne Scheiben schneiden und zurück in die Brühe geben. Mit Limettensaft und etwas Abrieb frisch machen; ein paar Tropfen Sesamöl geben Duft und Tiefe.
  7. Nudeln in Schalen verteilen, heiße Brühe mit Gemüse und Fleisch darüber schöpfen. Mit Koriander und Frühlingszwiebeln bestreuen. Der erste Eindruck: zitrisch, würzig, leicht scharf und angenehm wärmend.

Rezept 3: Griechische Avgolemono – cremig-zitronige Hühnersuppe mit Reis

Energie ≈ 450 kcal
Eiweiß ≈ 34 g
Fett ≈ 14 g
Kohlenhydrate ≈ 46 g
Ballaststoffe ≈ 2 g

Zutaten (4 Portionen)

  • 2 Hähnchenschenkel oder 2 Hähnchenbrüste (ca. 600 g)
  • 1,3 L Hühnerbrühe
  • 90 g Rundkornreis (oder Langkorn, gut gespült)
  • 2 Eier (M)
  • 1 große Zitrone (Saft + Abrieb), 1 kleines Lorbeerblatt
  • 1 kleine Möhre (fein gewürfelt, optional), 1 Stück Sellerie (fein gewürfelt, optional)
  • Salz, weißer Pfeffer
  • Dill oder Petersilie zum Finish, Olivenöl (ein paar Tropfen)

Zubereitung

  1. Brühe mit Lorbeer erhitzen, Hähnchen einlegen und 15–20 Minuten nur leise simmern. Herausnehmen, kurz abkühlen lassen und in feine Stücke zupfen. Ruhige Hitze hält das Fleisch saftig und macht die Brühe klar.
  2. Reis in die Brühe geben und 12–14 Minuten bei sanfter Hitze garen, bis er weich, aber noch körnig ist. Wer Möhre und Sellerie verwendet, gibt sie in den letzten 6–8 Minuten dazu – sie bringen Süße und Struktur.
  3. Eier in einer Schüssel mit Zitronensaft und 2–3 EL heißer Brühe glattrühren. Dann langsam weitere 2–3 Kellen heiße Brühe unter ständigem Rühren einarbeiten. Dieses Temperieren verhindert, dass die Eier stocken.
  4. Topf vom Herd ziehen und die Eier-Zitronen-Mischung in die Suppe rühren. 1–2 Minuten stehen lassen – die Resthitze bindet cremig, ohne dass es zur Eierstich-Optik kommt. Nicht mehr kochen!
  5. Hähnchenfleisch zurückgeben, mit Salz und weißem Pfeffer balancieren und bei Bedarf mit einem Spritzer Zitronensaft auffrischen. Ein paar Tropfen Olivenöl sorgen für Glanz und runden die Säure ab.
  6. Mit gehacktem Dill oder Petersilie bestreuen und sofort servieren. Die Textur ist seidig, die Säure fein und der Reis macht die Suppe sättigend ohne Schwere.

Schlusswort

Ob klar und klassisch, zitrisch-würzig oder cremig-zitronig: Hühnersuppe lebt von ruhiger Hitze, sorgfältigem Abschöpfen und einem letzten Feinschliff aus Salz, Säure und frischen Kräutern. Wer vorausplant, kocht die Brühe am Vortag, kühlt sie und hebt am nächsten Tag das erstarrte Fett ab – das macht den Geschmack fokussiert und die Textur elegant. Nudeln und Reis stets separat garen oder erst zum Schluss zufügen, damit die Suppe klar bleibt und nichts aufquillt. Reste lassen sich luftdicht 2–3 Tage kühlen oder einfrieren; beim Aufwärmen nur sachte erhitzen und die Säure (Limette oder Zitrone) frisch nachjustieren. So bleibt jeder Löffel leicht, duftend und wohltuend.

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