Tiroler Gröstl ist ein echter Klassiker aus den österreichischen Alpen. Herzhaft, deftig und voller Geschmack – so kennen es Einheimische und Urlauber gleichermaßen. Bratkartoffeln, Speck, Zwiebeln und Spiegelei bilden die Basis dieses rustikalen Gerichts, das traditionell als Resteverwertung aus gekochten Kartoffeln entstanden ist. Heute ist es eine Spezialität, die in vielen Wirtshäusern serviert wird und auch zu Hause leicht gelingt.
Los geht’s!
Dieses Rezept ergibt 2 Portionen. Zubereitungszeit: 15 Minuten, Koch- und Bratzeit: 25 Minuten. In insgesamt 40 Minuten steht ein köstliches Gericht auf dem Tisch, das dich direkt in die Berge entführt.
Rezept im Überblick
Zutaten
- 500 g festkochende Kartoffeln (am besten bereits gekocht und abgekühlt)
- 150 g Speckwürfel
- 1 große Zwiebel
- 2 Eier
- 2 EL Butterschmalz oder Öl
- Salz und Pfeffer
- Frische Petersilie zum Garnieren
- Optional: etwas Kümmel oder Majoran für mehr Würze
Zubereitung
- Kartoffeln vorbereiten: Bereits gekochte, abgekühlte Kartoffeln in ca. 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Tipp: Kalte Kartoffeln lassen sich besser schneiden und zerfallen beim Braten nicht.
- Zwiebel schneiden: Die Zwiebel schälen, halbieren und in dünne Streifen schneiden. So karamellisiert sie beim Braten gleichmäßig und verleiht dem Gericht eine süßliche Note.
- Speck auslassen: In einer großen Pfanne das Butterschmalz erhitzen und die Speckwürfel bei mittlerer Hitze 4–5 Minuten knusprig braten. Das Fett gibt zusätzlichen Geschmack ab.
- Zwiebel zufügen: Die Zwiebelstreifen zum Speck geben und unter Rühren anbraten, bis sie glasig und leicht goldbraun sind. Achte darauf, dass sie nicht verbrennen.
- Kartoffeln braten: Die Kartoffelscheiben hinzufügen und vorsichtig unterheben. Alles bei mittlerer bis hoher Hitze etwa 10–12 Minuten braten, bis die Kartoffeln goldbraun und knusprig sind. Ab und zu wenden, aber nicht zu oft – sonst werden sie matschig. Am besten eine Bratwende benutzen.
- Würzen: Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer kräftig abschmecken. Optional mit etwas Kümmel oder Majoran verfeinern.
- Eier braten: In einer separaten Pfanne etwas Fett erhitzen und die Eier als Spiegeleier braten. Eigelb sollte noch leicht flüssig bleiben, da es beim Servieren über den Kartoffeln eine cremige Sauce bildet.
- Anrichten: Das Gröstl auf Tellern verteilen, je ein Spiegelei darauflegen und mit frischer, gehackter Petersilie bestreuen. Sofort servieren.
Nährwerte & Vitamine
Angaben pro Portion (Schätzung, abhängig von Kartoffelsorte und Speck).
Benötigte Kochutensilien
- Große Pfanne (am besten Gusseisen oder beschichtet)
- Schneidebrett und scharfes Messer
- Kochlöffel oder Bratwender
- Kleine Pfanne für die Spiegeleier
- Schüsseln für vorbereitete Zutaten
Haltbarkeit
Tiroler Gröstl schmeckt frisch aus der Pfanne am besten, da die Kartoffeln dann noch knusprig sind. Reste lassen sich jedoch problemlos abgedeckt im Kühlschrank 1–2 Tage aufbewahren. Zum Aufwärmen eignet sich am besten eine Pfanne, da die Kartoffeln so wieder etwas Knusprigkeit zurückgewinnen. In der Mikrowelle werden sie schnell weich und verlieren an Biss.
Allergiehinweise & Alternativen
Bitte achte auf individuelle Verträglichkeiten. Speck und Eier können je nach Ernährungsweise ersetzt werden.
Serviervorschläge
Traditionell wird Tiroler Gröstl direkt in der Pfanne serviert – rustikal und gemütlich. Es schmeckt hervorragend mit einem frischen grünen Salat als Beilage, der die Deftigkeit des Gerichts ausgleicht. Auch ein kleines Schälchen Sauerkraut passt sehr gut und bringt eine säuerliche Note hinein. In Tirol serviert man dazu oft ein kühles Bier oder ein Glas frische Buttermilch.
Häufige Fehler & Tipps
Ein häufiger Fehler ist, die Kartoffeln frisch zu kochen und noch warm zu verwenden. Sie zerfallen dann leicht beim Braten. Deshalb besser Kartoffeln am Vortag kochen und im Kühlschrank auskühlen lassen. Auch zu viel Rühren in der Pfanne kann dazu führen, dass die Kartoffeln matschig werden – lieber vorsichtig wenden und ihnen Zeit geben, knusprig zu werden. Bei der Würze darf man nicht zu zaghaft sein: Pfeffer und Salz geben den Kartoffeln den richtigen Charakter. Wer es deftiger mag, kann auch noch ein paar Scheiben Kassler oder Reste von Braten hinzufügen.
Herkunft & kleine Geschichte
Das Tiroler Gröstl hat seinen Ursprung in der Tiroler Hausmannskost und war früher ein klassisches Resteessen. Vor allem gekochte Kartoffeln vom Vortag wurden mit Speck und Zwiebeln in der Pfanne angebraten – ein schnelles, nahrhaftes Essen für Bergbauern und Arbeiter. Heute ist es weit mehr als nur ein einfaches Gericht: In vielen Gasthäusern gehört es fest zur Speisekarte und gilt als Symbol für die bodenständige, ehrliche Küche Tirols.
Weitere Variationen des Rezepts
Statt Speck lassen sich auch Schinkenwürfel oder Restfleisch vom Sonntagsbraten verwenden. Vegetarisch wird das Gericht mit Zucchini, Paprika oder Champignons. Wer es würziger mag, gibt etwas Paprikapulver oder Chili mit in die Pfanne. Auch ein Klecks Sauerrahm als Topping macht sich sehr gut. Die Basis aus Kartoffeln bleibt dabei gleich und sorgt für Sättigung.
Was passt dazu?
Tiroler Gröstl ist ein vollwertiges Hauptgericht, kann aber gut mit frischen Beilagen ergänzt werden. Ein knackiger Blattsalat, Sauerkraut oder eingelegte Gurken bringen Frische und Säure ins Spiel. Als Getränk passt ein kräftiges Bier perfekt, aber auch ein trockener Weißwein kann harmonieren. Wer es traditionell mag, greift zur Buttermilch – ein echtes Tiroler Paar!
Fazit
Tiroler Gröstl ist mehr als nur ein einfaches Pfannengericht – es ist ein Stück alpine Tradition. Mit seiner Kombination aus knusprigen Kartoffeln, würzigem Speck, süßlichen Zwiebeln und dem Spiegelei obendrauf bringt es herzhaften Genuss auf den Teller. Es eignet sich perfekt für kalte Tage, nach einer Wanderung oder einfach, wenn man Lust auf ein deftiges, unkompliziertes Gericht hat. Schnell gemacht, sättigend und voller Geschmack – so schmeckt Tirol zu Hause.











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